Februar – Wildblumen-Schnitt und wohin damit?

Jeden Winter wieder fällt es mir selbst schwer zu glauben, dass aus diesem „Durcheinander“ wieder ein Beet voller heimischer Wildstauden wird, dass im Juli und August von vielen Bienen, Käfern, Fliegen und Schmetterlingen besucht wird und wunderschön anzusehen ist.
Wir können im Naturgarten die Beete Ende Februar/Anfang März herunterbrechen oder schneiden, damit der junge Austrieb der Stauden und Zwiebelpflanzen besser zu sehen ist. Für „die Natur“ ist das eigentlich nicht nötig. Es zerstört natürlich viele Winterschlafplätze unserer Insekten. Allerdings würden sich ganz ohne Pflege an den allermeisten Standorten Baumsämlinge durchsetzen und jedes Beet auf lange Sicht in einen Wald verwandeln. Das sieht man oft bei verwilderten Gärten, in denen allerlei Ahorne, Birken und andere Bäume hochkommen.
Insofern ist ein „Beet“ eigentlich eine vom Menschen gemachte Fläche so wie jede Heuwiese mit ihren schönen Blumen es eben auch ist. Einmal im Jahr schneidet man also alles herunter, damit es eine Wiese bzw. ein Beet bleibt.

In den ersten 17 Jahren habe ich den Schnitt dann ordentlich auf den Komposthaufen gefahren und frischen Kompost als Ersatz auf meinem super mageren Beet ausgebracht. Letztes Jahr habe ich bei diesem Beet nun den wesentlich bequemeren Weg gewählt und habe alle Stauden nur mit einer Sichel herunterschnitten und auf dem Boden rund um die Stauden liegen gelassen. So können ein paar Insekten vielleicht noch an ihrem Winterschlafplatz überleben. Das schont also meinen Rücken und das Beet. Und es erbrachte genau dasselbe schöne Ergebnis wie in all den Jahren davor. Das Beet hat wunderbar geblüht. Der Nährstoffmangel in diesem Sandboden war offensichtlich durch 15 Kompostgaben ausgeglichen gewesen und das Beet konnte sich selbst erhalten. Was für eine einfache, überzeugende Arbeitsweise.

Dicht an der Terrasse habe ich diese Vorgehensweise noch nicht eingeführt. Aber hinten im Garten erspart es mir viel Arbeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.