Jetzt in der Blüte – unser hiesiger Ginster

Dieser schöne Ginster, der zur Zeit hier im Landkreis wild vorkommt und mancherorts ganze Autobahnränder gelb färbt, heißt Besenginster (Cytisus scoparius). Wie so oft trägt ein eigentlich schöner Strauch einen Namen, der ihn irgendwie unattraktiv macht. Dabei ist er natürlich sehr bienenfreundlich und passt darüber hinaus wunderbar auf unsere mageren, sandigen Böden. Was will man mehr? Eine anspruchslose Pflanze mit attraktiver großer gelber Blüte für Bienen :-). Hier zusammen mit der ebenfalls standorttypischen Eberesche (Vogelbeere – Sorbus aucuparia) und der wuchernden Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias) an unserem Waldrand. Pflegeleichter geht es gar nicht.

Schottergarten geht auch naturnah

Im Moment blüht der ehemalige Sandspielplatz so richtig schön auf. Über Bauschutt und Sand wachsen jetzt der Rosenginster (Cytisus purpureus), Zypressenwolfsmilch (Achtung: wuchert – wie man sieht) (Euphorbia cyparissias hier die Sorte „Fens Ruby“ im wilderen Gartenteil rund um das Wäldchen die Wildform) und die Wildform der Pfingstnelke (Dianthus gratianopolitanus), die demnächst pink aufblüht und wunderbar duftet. Darüber steht eine Bibernellrose in der Wildform (Rosa pimpinellifolia), die mit ihrem zitronigen Rosenduft einen Monat vor den anderen Rosen den Garten bereichert. Und die Ochsenzunge (Anchusa officinalis) mit ihren kleinen violetten Blüten sät sich fast schon zu reichlich aus. Ich lasse sie im Moment, da sie wirklich sehr viele Bienen verköstigt.

Im Hochsommer wird es dagegen deutlich weniger grün aussehen. So ist das auf Schutt…. ein paar Spätblüher wie Euphorbia seguieriana sind dann schön. Und nebenan blüht dann das Hochsommerbeet auf frischerem Boden.

Sandbiene an Weidenblüte

Ich möchte hier nach und nach Wildbienen vorstellen, die ich im Naturgarten an den verschiedenen Stellen antreffe. Neulich kam mir ein Sandbienen-Männchen vor die Kamera. Viele seiner grauen Artgenossen umschwirrten die Kätzchen der kleinbleibenden Weide Salix bicolor „Xantha“. Bei der Bestimmung der Bienen hilft mir mein Wildbienen-Spezialist aus Osterholz-Scharmbeck. Jedes Jahr lerne ich mehr Arten kennen und schätzen.

Erkennen Sie, dass dies keine Honigbiene ist? Ich finde, man sieht es gut. Leider war keines der Weibchen dieser Sandbienen-Art zu sehen. Die Männchen umschwirrten dagegen in großer Zahl die kleine Weide. So kann ich nicht genau sagen, welche Art dies ist. Auf jeden Fall eine Sandbiene. Und Sandbienen nisten einzeln im Sandboden. Davon gibt es in der Tat hier genug :-). Lassen wir hier und da offene Stellen mit Sand für die Bienen. Oder einmal einen richtigen Sandhaufen liegen lassen. Das ergibt eine wunderbare Stelle für eine richtige Sandbienen-Kolonie. So gesehen 2012 hier an meinem Hang. Nach und nach ist alles zugewachsen.

Also pflanzen Sie heimische Weiden. Weibliche und eben auch männliche Exemplare, denn diese haben die hübschen gelben Kätzen wie hier auf dem Bild.

Gucken Sie mal bei Ahornblatt in den Katalog. Da gibt es solche seltenen heimischen Gehölze. Ahornblatt in Mainz ist die Baumschule für heimische Gehölze, bei denen ich den Naturgarten-Planerlehrgang damals gemacht habe, als es noch keine weitere Ausbildung in dieser Richtung gab. Ich kann die Firma wirklich empfehlen. Ihr Anliegen ist wirklich die Bewahrung der heimischen Pflanzenvielfalt nicht der Gewinn. Wo gibt es so etwas heute noch.

Duftet Ihr Garten im Moment auch nach Apfel?

Haben Sie eine Zaunrose, auch Weinrose genannt (Rosa rubiginosa) im Garten? Jetzt treibt diese wunderschöne, völlig unproblematische europäische Wildrose neu aus. Und der Austrieb riecht über 10 m nach „Äpfeln“ … oder Obst oder vielleicht nach Wein? Jedenfalls habe ich es gestern trotz des Regenwetters gut gerochen. Duft ist immer solch eine Bereicherung im Garten.

Mit Rosenduft kann diese Rose dagegen nicht aufwarten, dafür habe ich Gallica-Rosen, Bibernellrosen, die Rosa villosa und alte Damaszener-Rosen. Dafür bietet die Zaunrose jedoch im Juni eine romantische Fülle an kleinen rosa Blüten. Sie hat natürlich offene Schalenblüten, was wichtig für Bienen und Käfer ist. Daher können ihre Blüten im Gegensatz zu gefüllten Rosenblüten auch bestäubt werden. Und so zeigt sie im Herbst nach der Bestäubung dicht an dicht lackrote Hagebutten.

Dann kommt im Oktober/November der erste Frost und ein paar Tage später sehe ich dann schon von weitem die Drosselscharen auf dem Durchzug, die sich an den nun weichen Hagebutten gütlich tun. Innerhalb von 3 Tagen ist die ganze Pracht verspeist und die Drosseln ziehen weiter. Vielleicht schmecken die Hagebutten ein paar Tage nach dem Frost so gut, weil sie dann anfangen zu gären? Kommt daher der Name „Schnapsdrossell“ 🙂

Nun, auf jeden Fall ist diese Rose eine meiner Lieblings-Strauchrosen und ich wollte sie hier einmal zu einer ungewöhnlichen Zeit vorstellen.

Sommer-Knotenblume

Noch eine schöne heimische Zwiebelpflanze, die jetzt den Garten bereichern kann: Leucojum aestivum, die große „Schwester“ des Märzenbechers. Sie kommt dieses Jahr besonders gut zur Geltung. Passt das Wetter? Hat sie sich etabliert? Auf jeden Fall eine der Akzeptanzpflanzen, die wohl für jedermann „schön“ aussehen und trotzdem für die hiesige Insektenwelt etwas bieten.

Wussten Sie, dass Gartencenter und Gärtnereien ca 80 % Pflanzen aus anderen Kontinenten anbieten, die zum Teil gar nicht zu unserer Insektenwelt passen? Und dass sie von den heimischen Pflanzen oft nur gezüchtete Sorten verkaufen? Da sind die Blüten oft extra groß, in der Farbe verändert oder gefüllt. Da passt das Verhältnis Blüte-Blatt nicht mehr wirklich oder die Bienen „verfliegen ihren Sprit“, wenn sie an gefüllten Blüten nach Nektar oder Pollen suchen und feststellen müssen, dass es den dort gar nicht mehr gibt. Staubgefäße sind umgewandet worden in immer mehr Blütenblätter.

Pflanzen wir mehr heimische Vielfalt. Bestellen Sie bei den Naturgarten-Mitgliedsbetrieben wie Strickler, Ahornblatt, Hof-Berggarten etc etc. (www.naturgarten.org). Die Gärtner bei Ihnen vor Ort haben in ihrer Ausbildung keine Kenntnisse über die heimische Pflanzenwelt erworben.

Haben Sie auch einen Kräuterrasen oder ein Wiese?

Sie haben eine Wiese oder wie hier einen Kräuterrasen und möchten nicht so viel Arbeit mit dem Rasenmähen haben? Wenn Sie so wie ich ganz viel Glück haben, dann hat Ihre Nachbarin auch kleine Ponys und freut sich, wenn sie an ungespritzes Gras kommen. Die beiden Mini-Appaloosa freuen sich so über das frische Gras, denn die eigene Weide ist über den Winter leer gefressen worden. So braucht auf dem schnell gesteckten mobilen Zaun nicht einmal Strom zu sein. Sie fressen ein paar Tage das Gras und lassen sogar die im Gras wachsenden kleinen Traubenhyzinthen säuberlich stehen. Das kann der beste Rasenmäher nicht 🙂 Was will ich mehr. Eine Win-Win-Situation. Und später fressen sie noch im Obstgarten unter den Apfelbäumen. Da lasse ich das Gras immer ganz lang wachsen und da ich keinen Balkenmäher habe, ist es immer sehr schwer, es überhaupt zu mähen. Wie praktisch ist es da, wenn die beiden Ponys die Arbeit übernehmen. Naturgarten pur. Und ein paar Tage eine Bullerbü-Aussicht vor der Terrasse.

Wenn Sie eine Wiese aber keine Ponys haben, dann mähen Sie einmal im Juni und einmal im Spätsommer die Wiese mit einem Balkenmäher. Am besten abschnittsweise, so dass nicht alle Blütenpflanzen zur selben Zeit abgemäht werden. Dann das Mähgut 3 Tage liegen lassen (am besten wenden, so wie Heu), dann abtransportieren. Nie liegen lassen, denn das erstickt die Wurzeln. der Kräuter.

Das Anlegen einer wirklich funktionierenden Wiese, die kein einjähriges „Blütenfeuerwerk“ ist, wie es jetzt so oft auf den Verpackungen der billigeren Samenmischungen zu sehen ist, sondern die aus heimischen Kräutern und Gräsern besteht, die jedes Jahr wieder kommen, das ist gar nicht so einfach. Nehmen Sie Saatgut von Hof Berggarten oder Syringa Samen oder Rieger-Hofmann, bzw. gucken Sie auf der Seite des Naturgarten-Vereins (www.naturgarten.org) unter Mitgliedsfirmen.

Demnächst werde ich einmal Fotos davon hier in den Blog stellen. Je nach Situation vor Ort empfehle ich auch die Verwendung von fertigen Initialstauden, die sich in den vorhanden schütteren Rasen aussäen sollen. Oder es gibt die Möglichkeit, eine gute Samenmischung dünn in den offenen Boden auszusäen, anzuwalzen und zu gießen. Oft kommt danach eine schwierige Phase, wenn das Unkraut höher als die neuen Stauden wächst. Machen Sie dann einen Schröpfschnitt, wenn das Unkraut oder das Gras höher „als eine Flasche“ gewachsen ist. Einfach mit dem Rasenmäher darüber mähen und das Mähgut verkompostieren. So haben die jungen Stauden wieder Luft.

Dann heißt es, etwas Geduld zu haben. Echte Wiesen sehen nicht gleich super bunt aus. Überhaupt – wir sind in Norddeutschland und können keinen Kalk-Magerrasen herzaubern :-). Unser Boden ist eigentlich immer sauer. Hier im ehemaligen Moor ist er besonders sauer. Aber für solche Extremstandorte gibt es spezielle Stauden – lassen Sie sich beraten. Und pflanzen Sie dann viel von einer passenden Sorte. Je extremer der Standort, je weiter nördlich wir kommen, desto artenärmer wird die Natur – aber dann dominiert immer eine Pflanze ganz besonders. Und ich finde eine Lichtung mit einer einzigen Art z.B. mitten im Wald, wie vor Jahren die Gold-Hahnenfuss-Lichtung hier im Nachbarort, bezaubernd. Ein schönes, eben norddeutsches Bild.

Kleinbleibende Weide Salix bicolor ´Xantha´ blüht gerade schön

Endlich haben wir 12 Grad und Sonne. Die kleinbleibende Weide Salix bicolor ´Xantha´ ist aufgeblüht. Die Kätzchen locken viele Wildbienen an. Heute habe ich 3 verschiedene Arten gleichzeitig gesehen. Mein Wildbienen-Spezialist schreibt mir hoffentlich noch, welche es waren. So kann ich jedes Jahr neue Wildbienen bestimmen lernen. Nach und nach möchte ich einige davon vorstellen, die Sie auch im eigenen Garten beobachten könnten.

Hohler Lerchensporn und Hohe Schlüsselblume

Die ersten Tankstellen für Bienen und Hummelköniginnen im Jahr haben geöffnet: Unter unserer Hainbuchenhecke wird das Band vom Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) immer länger. Ameisen verschleppen die Samen und vermehren so diesen romantischen und unproblematischen Frühblüher.

Parallel sät sich daneben die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior), die einzige bei uns in Nord-West-Deutschland noch wild vorkommende Schlüsselblume, aus. Lassen Sie sich nicht als Ersatz die von süddeutschen Kalkrasen stammende Primula veris verkaufen. Und bitte graben Sie keine der wenigen Expemplare in unseren Wäldern aus. Die Primula vulgaris (die für lehmigen Boden gut geeignet ist) ist so in Nord-Westdeutschland ausgerottet worden. Es gibt gute Naturgarten-Versender. Schauen Sie unter: www.naturgarten.org nach den Mitgliedsbetrieben und klicken Sie dort auf „Wildpflanzen“. Leider zeigt die Erfahrung, dass andere Gärtner jetzt zwar gerne viele „bienenfreundliche“ Pflanzen anbieten, von der Sache aber nicht allzuviel verstehen und daher keinen Unterschied zwischen wirklich heimischen und anderen Pflanzen machen. Wenn man also eine echte mitteleuropäische oder europäische Wildstaude sucht, dann ist man bei den Naturgarten-Mitgliedsfirmen auf der sichereren Seite.

Was kann man sonst schon unter eine Hainbuchen-Schnitthecke direkt an die Stämme pflanzen? Wie schön, dass es da den Hohlen Lerchensporn gibt. Mehr als etwas liegengebliebenes Laub von der Hecke benötigt er nicht zum Wachsen und Gedeihen. Und damit vermehrt er sich rasant, so dass ganze Bänder an Lerchenspornen entstehen.

Es ist so eine altmodische Pflanze, die ich höchstens von alten Bauernhöfen her kenne. Sie verbreitet den Charme alter Wälder. Der Lerchensporn blüht kurz für ca zwei Wochen, versamt sich und zieht dann wieder ein, wenn die Hecke grün wird, nur um im nächsten Jahr noch üppiger wiederzukommen.

Der Lerchensporn wird als Zwiebel im September gesteckt. Viel Glück und viel Spaß beim Beobachten.

„Tiere pflanzen“: z.B. mit dem Lungenkraut

Wenn Sie das gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) pflanzen, dann „pflanzen“ Sie automatisch die rundliche Frühlings-Pelzbiene. Können Sie sie auf dem Foto erkennen? Sie sieht aus wie eine keine Hummel. Die Männchen patroullieren zur Zeit schon die Blüten des Lungenkrauts ab. Sie schwirren schnell und im seltsam eckigen Flug zwischen Blüte und Lehmwand hin und her und warten auf die Weibchen. Diese Wildbiene lohnt es sich wirklich kennenzulernen. Ich versuche jedes Jahr ein paar Wildbienen mehr von meinem Wildbienen-Spezialisten der BioS Osterholz erklärt zu bekommen. Insgesamt kommen im Landkreis über 100 verschiedene Arten vor. Deutschlandweit sind es über 500 Wildbienenarten. Eine große Vielfalt an Formen und Lebensweisen. Manche brüten im sandigen Boden. Andere in hohlen Stängeln und wieder andere, wie die Frühlings-Pelzbiene, im nicht zu harten Lehm.

Dieses Lungenkraut habe ich vorletztes Jahr unter den Pflaumenbaum gepflanzt. Ich möchte eigentlich mehr davon pflanzen, vergesse aber immer die Samen der Mutterpflanze zu sammeln. Schon im Jahr der Pflanzung kamen die Frühlings-Pelzbienen. Und in der Lehmwand im Holzkasten, die wir direkt daneben aufgestellt hatten, wurden erste Nester gegraben. Letztes Jahr schlüpfte „meine“ erste Brut. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie einfach man Tiere „pflanzen“ kann…:-)

Wie wäre es auch bei Ihnen mit einem „Teppich“ von Lungenkräutern für die Frühlings-Pelzbiene? In Bremen kenne ich Baumscheiben großer alter Laubbäume, die im April schön blau vom Lungenkraut blühen. Viel Vergnügen beim Kennenlernen dieser sympathischen Wildbiene.

Besonders schön ist auch, dass das Lungenkraut mit seinem hübschen Blatt auch nach der Blüte noch die ganze Saison über attraktiv ist.

Elfenkrokusse – Crocus tommasinianus

Der erste Krokus im Garten ist der vermehrungsfreudigste. Eine flüchtige Schönheit, die in alten, nicht zu sehr gepflegten Gärten ganze schattige Rasenpartien bedecken kann: der Elfenkrokus (Crocus tommasinianus). Zwei Wochen hält die Pracht. Ein schönes Frühlingswochenende, die ersten Bienen und Hummeln bestäuben die violetten Blüten und alles ist vorbei. Bis zum nächsten Jahr.

So soll es im Naturgarten sein: Jedes Jahr wird es schöner – und das ganz ohne Arbeit für den Gärtner. Die Ameisen machen es möglich.