Schlagwort: Wildstauden

Die besten heimischen Wildpflanzen für Insekten im Juli – 1 : Oregano

Der absolute Hit bei den Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen ist zur Zeit der kleine Oregano (Oreganum vulgare). Es ist eine ursprünglich aus dem Mittelmeer stammende Wildpflanze, die mittlerweile auch in den gemäßigten Breiten heimisch geworden ist. Sie zieht im Spätsommer lange Zeit die Insekten magnetisch an wie kaum eine große Staude. Pflanzen Sie sie auf magerstem, sandigstem Boden in die volle Sonne.

Um wirkliche, züchterisch nicht bearbeitete Wildpflanzen zu bekommen, kauft man am besten bei Versendern, die sich auf heimische Wildpflanzen spezialisiert haben. Es wird im Moment bei den normalen Gärtneren und Gartencentern einfach zu sehr mit „bienenfreundlichen“ Pflanzen ein Geschäft gemacht. Gucken Sie mal unter : www.naturgarten.org bei den „Mitgliedsbetrieben“. Da gibt es große und kleine Versender heimischer Wildstauden.

Übrigens dieser Oregano ist nicht der „Pizzaoregano“. Er hat nicht diesen intensiven Geschmack. Aber natürlich ist er ebenfalls würzig und riecht nach Oregano.
Es gibt unter dem Namen „Oregano“ im Mittelmeerraum eine ganze Reihe unterschiedlicher und viel würzigerer Pflanzen. In Portugal habe ich auf dem Markt meinen absoluten Lieblingsoregano gekauft. Leider finde ich ihn hier bei uns nicht…

Sommer-Knotenblume

Noch eine schöne heimische Zwiebelpflanze, die jetzt den Garten bereichern kann: Leucojum aestivum, die große „Schwester“ des Märzenbechers. Sie kommt dieses Jahr besonders gut zur Geltung. Passt das Wetter? Hat sie sich etabliert? Auf jeden Fall eine der Akzeptanzpflanzen, die wohl für jedermann „schön“ aussehen und trotzdem für die hiesige Insektenwelt etwas bieten.

Wussten Sie, dass Gartencenter und Gärtnereien ca 80 % Pflanzen aus anderen Kontinenten anbieten, die zum Teil gar nicht zu unserer Insektenwelt passen? Und dass sie von den heimischen Pflanzen oft nur gezüchtete Sorten verkaufen? Da sind die Blüten oft extra groß, in der Farbe verändert oder gefüllt. Da passt das Verhältnis Blüte-Blatt nicht mehr wirklich oder die Bienen „verfliegen ihren Sprit“, wenn sie an gefüllten Blüten nach Nektar oder Pollen suchen und feststellen müssen, dass es den dort gar nicht mehr gibt. Staubgefäße sind umgewandet worden in immer mehr Blütenblätter.

Pflanzen wir mehr heimische Vielfalt. Bestellen Sie bei den Naturgarten-Mitgliedsbetrieben wie Strickler, Ahornblatt, Hof-Berggarten etc etc. (www.naturgarten.org). Die Gärtner bei Ihnen vor Ort haben in ihrer Ausbildung keine Kenntnisse über die heimische Pflanzenwelt erworben.

Hochsommer im 70% – Naturgarten

Mittlerweile ist Juli – Hochsommer. Was ist nun im Naturgarten zu sehen? Die Beete zeigen andere Wildstauden als noch vor einem Monat. Zartrosa, Rosa, Pink und Gelb dominieren: Rosenmalve, Schwarze Flockenblumen, Gelbe Skabiose und Johanniskraut. Jetzt endlich sind an einem Sonnentag all die Schmetterlinge zu sehen, auf die ich bisher umsonst gewartet hatte, und es summt und surrt. Die Ameisen schwärmen auch heute aus und starten alle gleichzeitig zum Flug. Rosenkäfer sitzen auf Mädesüß (Filipendula ulmaria), das dieses Jahr gut blüht, weil es jetzt lange geregnet hat.