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Spätsommer im Naturgarten: Zeit für Früchte 1 – das Urobst der Kornelkirsche

Im Naturgarten blühen jetzt Ende August noch die Spätblüher unter den Stauden – aber daneben leuchtet auch eine andere Farbe und kündigt den Spätsommer bzw. Frühherbst an. Rot leuchten die Früchte der verschiedenen Sträucher und Bäume. Vor allem heimische und naturbelassene Sträucher warten nun auch mit Früchten auf. Denn ein gefüllter Schneeball kann eben keine Früchte ansetzen. Eine gefüllte Rose bringt normalerweise keine Hagebutten hervor. Ihre Blüten sind verändert worden.

Hier ein paar meiner Lieblingssträucher dieser schönen Jahreszeit: Als erstes die Kornelkirsche (Cornus mas) mit ihren essbaren roten kleinen säuerlichen Kirschen. Erstaunlich gut steht sie auch in alten Parks und neben Bauernhäusern, obwohl sie eigentlich kalkhaltigen Boden lieben müsste. Ihre zarte gründlichgelbe Blüte im Vorfrühling ist eine der ersten Bienenweiden.

Die besten heimischen Wildpflanzen für Insekten im August 3: Blutweiderich

Die meisten heimischen Blütenpflanzen bieten nur noch eine Nachblüte – da kommt der kräftigrosa Blutweiderich (Lythrum salicaria) jetzt im August erst so richtig in die Blüte. Am Teich oder auch wie hier im regelmäßig gegossenen Gemüsegarten bietet er Schmetterlingen, Wildbienen und Co mit seiner langen Blütezeit viel Nahrung.

Ein Lehmkasten für Pelzbienen – Eine Bauanleitung

Schon seit einiger Zeit wollte ich die Bauanleitung für den Pelzbienen-Kasten hier in den Blog stellen. Mein Wildbienen-Spezialist hat die Anleitung für mich aufgeschrieben. Viel Spaß beim Bauen. Vielleicht ist das auch ein schönes Projekt für Kinder. Sonnig und geschützt aufstellen und irgendwo im Garten im Halbschatten Lungenkraut pflanzen.

Und im nächsten Frühjahr und vor allem im Frühjahr danach kann man dann sofort die interessante hummelähnliche Frühlings-Pelzbiene beobachten. Sie stellt sich praktisch sofort ein, wenn irgendwo Lungenkraut blüht. Und wenn noch ein Lehmkasten daneben steht, dann brummt es dort im April. Viel Spaß!

Bauanleitung für einen Lehmkasten für Pelzbienen:

Man benötigt einen Kasten, zum Beispiel aus Holz oder Stein und Claytec-Lehmpulver (Baulehm gemahlen) ohne irgendwelche Zusätze. Der Kasten sollte nicht zu groß sein, da er nach dem Befüllen ziemlich schwer wird. Man kann auch mehrere kleine Kästen befüllen und die nebeneinander oder übereinander stapeln. Das Lehmpulver schüttet man nach und nach in den Kasten und giesst immer wieder vorsichtig Wasser nach. Auf keinen Fall zuviel Wasser nehmen, da der Lehm sonst zu hart wird und nicht von Pelzbienen besidelt wird. Das angefeuchtete Lehmpulver dann immer wieder durchkneten, so dass eine krümelige Struktur entsteht, in etwa wie ein Streuselkuchen. Man kann den Lehm auch in einem Extragefäß ankneten und dann nach und nach in den Kasten füllen. Dies sollte aber zeitnah geschehen, da sonst bei einer längeren Pause der Lehm nicht mehr richtig haftet. Die Lehmschicht sollte ungefähr eine Mindesttiefe von 10 cm haben, da die Pelzbienen ihre Nistgänge darin graben wollen. Sie graben aber nicht nur in die Tiefe, sondern auch seitlich. Zum Schluss die letzte Lehmschicht leicht mit der Handinnenfläche andrücken, damit der Lehm nicht gleich wieder rauskrümelt. Dann in den noch weichen Lehm 8 mm-große Löcher hineindrücken. Aber nur ca. 2 cm tief. Die Pelzbienen nehmen diese Löcher als Beginn für ihre Nistgänge. Besiedelte Löcher erkennt man an dem feinen Genagsel unterhalb des Loches. Den Lehmkasten dann durchtrocknen lassen an einer regengeschützten Stelle oder drinnen im ungeheizten Raum. Nach dem Trocknen kann man entstandene Risse noch mit weichem Lehm zuschmieren. Dann den Kasten an einer regengeschützten Stelle (am besten mit Dach) sonnig oder halbschattig aufstellen. Wenn der Kasten erstbesiedelt ist und die Frühlings-Pelzbienen nicht mehr fliegen (im Juni) am besten den Kasten mit Kaninchendraht vor Vogelfraß schützen.

Jetzt in der Blüte – unser hiesiger Ginster

Dieser schöne Ginster, der zur Zeit hier im Landkreis wild vorkommt und mancherorts ganze Autobahnränder gelb färbt, heißt Besenginster (Cytisus scoparius). Wie so oft trägt ein eigentlich schöner Strauch einen Namen, der ihn irgendwie unattraktiv macht. Dabei ist er natürlich sehr bienenfreundlich und passt darüber hinaus wunderbar auf unsere mageren, sandigen Böden. Was will man mehr? Eine anspruchslose Pflanze mit attraktiver großer gelber Blüte für Bienen :-). Hier zusammen mit der ebenfalls standorttypischen Eberesche (Vogelbeere – Sorbus aucuparia) und der wuchernden Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias) an unserem Waldrand. Pflegeleichter geht es gar nicht.

Schottergarten geht auch naturnah

Im Moment blüht der ehemalige Sandspielplatz so richtig schön auf. Über Bauschutt und Sand wachsen jetzt der Rosenginster (Cytisus purpureus), Zypressenwolfsmilch (Achtung: wuchert – wie man sieht) (Euphorbia cyparissias hier die Sorte „Fens Ruby“ im wilderen Gartenteil rund um das Wäldchen die Wildform) und die Wildform der Pfingstnelke (Dianthus gratianopolitanus), die demnächst pink aufblüht und wunderbar duftet. Darüber steht eine Bibernellrose in der Wildform (Rosa pimpinellifolia), die mit ihrem zitronigen Rosenduft einen Monat vor den anderen Rosen den Garten bereichert. Und die Ochsenzunge (Anchusa officinalis) mit ihren kleinen violetten Blüten sät sich fast schon zu reichlich aus. Ich lasse sie im Moment, da sie wirklich sehr viele Bienen verköstigt.

Im Hochsommer wird es dagegen deutlich weniger grün aussehen. So ist das auf Schutt…. ein paar Spätblüher wie Euphorbia seguieriana sind dann schön. Und nebenan blüht dann das Hochsommerbeet auf frischerem Boden.

Kleinbleibende Weide Salix bicolor ´Xantha´ blüht gerade schön

Endlich haben wir 12 Grad und Sonne. Die kleinbleibende Weide Salix bicolor ´Xantha´ ist aufgeblüht. Die Kätzchen locken viele Wildbienen an. Heute habe ich 3 verschiedene Arten gleichzeitig gesehen. Mein Wildbienen-Spezialist schreibt mir hoffentlich noch, welche es waren. So kann ich jedes Jahr neue Wildbienen bestimmen lernen. Nach und nach möchte ich einige davon vorstellen, die Sie auch im eigenen Garten beobachten könnten.

Werden Stängel im Naturgarten abgeräumt?

Wie schon öfter erwähnt, braucht die Natur das „Abräumen“ der verblühten Staudenstängel eigentlich nicht. In der freien Landschaft bleiben die Stängel auch stehen, wenn der Wind oder die Rehe sie nicht herunterbrechen oder auffressen. 🙂

Am Haus jedoch leuchtet das frische Grün einfach saftiger im Beet, wenn ich die alten Stängel irgendwann herunterbreche und vor Ort zerbreche und als Mulch liegen lasse oder, wenn es zu viel Material ist, auf den Kompost bringe. Dabei lasse ich bewusst an manchen Stellen Stängel für die Wildbienen und andere Insekten stehen. Jedes Jahr ein wenig an anderer Stelle. Manche Insekten verkriechen sich in den hohlen Stängeln, manche legen Brutzellen in markhaltigen Stängeln wie denen der Königskerze und der Brombeere an. Ein Grund mehr, ein paar Brombeerranken nur anzuschneiden und dann stehen zu lassen. Aufrechte Stängel sind für Bienen übrigens natürlicher als abgebrochene.

Jetzt, da noch so schöne und harte Frostnächte zu erwarten sind, ist es gut, wenn noch möglichst viel trockene Stauden auf dem Beet sind. Nach und nach räume ich nun aber die Beete rund ums Haus ab.

Am Teich und vor allem am Waldrand darf so einiges stehen bleiben.

Im Januar und Februar habe ich hier und da Äste heruntergeschnitten, die im Weg hingen. Von diesem Holz lege ich viele schöne Stücke überall im Garten aus. Im Schatten und vor allem auch in der Sonne. Gerade habe ich gesehen, wie sich auf meinem ältesten, schon fast verrotteten Ast unter dem alten Apfelbaum die erste Mauerbiene des Jahres sonnte. Neben ihr waren mehrere Käfergänge im morschen Holz. Ob ihr Nest darin war?

Herrliche kleine Begegnungen bereichern das Leben des Naturgärtners :-).