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Winter im Naturgarten: Samenstände stehen lassen

Im Naturgarten lassen wir Stauden, Samenstände und Gräser im Winter stehen und so ergeben sich wunderschöne Winterbilder. Gleichzeitig bleiben den Insekten die Verstecke für den Winter erhalten und Vögel können Samen und Insekten picken. Im Winter kann ich so leichter Vögel im Garten beobachten als im Sommer. Hier sieht man die Samenstände der Wilden Karde, die besonders auffällig und zierend sind.

Naturgarten im Winter: Raureif

Endlich hatten wir jetzt im Januar einmal einen sonnigen Morgen mit Raureif im Garten. Dieser Raureif auf den noch nicht geschnittenen Gräsern und Samenständen der Beete und am Teich verzaubert den ganzen Garten. Er sieht wie eine Bleistiftzeichnung aus – fast nur Grau und Weiß.
Solche schönen Winterbilder sind ein weiterer Grund dafür, die Samenstände und abgeblühten Stauden über den Winter stehen zu lassen und erst im beginnenen Frühjahr – wenn überhaupt – herunter zu schneiden.

Wie ja in anderen Beiträgen schon erwähnt, finden die Vögel in den stehengelassenen Stängeln noch viele Samen und Insekten als natürliches Winterfutter. Das ist der zweite wichtige Grund dafür, alles erst Ende Februar / Anfang März herunterzuschneiden. Wer kann, lässt auch einiges stehen. So wie in der Natur halt auch.

Warum ich dieses Jahr das Vogelhäuschen im Schuppen stehen lasse.

Die Vögel fressen im Winter natürlicherweise je nach Art fetthaltige Samen oder auch Insekten und andere Kleintiere.

Auf diesen Samenständen der Kugeldistel (Echinops ssp) sehe ich zum Beispiel gerne Finken sitzen und die relativ großen Samen herauspicken. Die Amseln scharren dagegen im Laub unter der Hasel und auf dem Kompost. Die Meisen turnen nebenan an den kleineren Staudenstängeln und auch durch die Äste unseres Ahorns. Überall sind Vögel. Vor allem bei milderem Regenwetter. Hier im relativ naturbelassenen Garten finden sie das echte, das natürliche Winterfutter. Vögel brauchen je nach Jahreszeit das richtige Futter. Im Winter fetthaltige Samen, im Frühjahr bei der Jungenaufzucht zarte Insekten.

Nachdem ich lange über das natürliche „Futter“ für uns Menschen nachgeforscht und dabei von Studien gelesen habe, die zeigen, dass es z.B. bei Katzen nicht egal ist, ob ein Eiweiß erhitzt ist oder nicht, gehe ich nun davon aus, dass wir den Vögeln eher schaden als nützen, wenn wir z.B. erhitztes Fett füttern. Die klassischen Meisenknödel eben. Wenn wir die Vögel wirklich fördern wollen, dann sollten wir ihnen einen Lebensraum lassen, in dem ihre natürliche Nahrung ganz von allein zum richtigen Zeitpunkt im Jahr vorkommt. Und dann können wir sie im Naturgarten in Scharen beobachten. Wo es jedoch nur noch sterile Gärten ohne Blattläuse und nur Blumen mit gefüllten Blüten ohne Samen gibt, da sollten wir die Vögel nicht künstlich mit willkürlich ausgewähltem Futter füttern, denn dort könnten Sie ihre Jungen gar nicht gesund heranziehen.

Es ist wie immer ein Zusammenspiel vieler Faktoren und wir können – wie immer – darauf vertrauen, dass die Evolution schon ein perfektes Zusammenspiel von Pflanzen- und Tierwelt ermöglicht. Lassen wir einen Teil unserer Gärten so naturnah wie möglich und…… beobachten unsere Vögel.

 

Gräser und Samenstände: der Naturgarten im Winter

Im Winter bleiben Samenstände, Stauden und Gräser erst einmal stehen. So finden Insekten Unterschlupf, Vögel Nahrung und wir bekommen viele schöne Fotomotive. Besonders im Raureif oder mit Schnee bestäubt sehen diese Gerüstbildner im Wintergarten interessant aus. Die Natur „räumt ja auch nicht auf“. Die Stauden benötigen das Herunterschneiden jedenfalls nicht um zu wachsen. Lassen Sie Gräser und Staudenstängel stehen, wo sie den Blick im Frühjahr nicht stören. In den Beeten nahe dem Haus schneide ich dann je nach Witterung Ende Februar oder Anfang März die alten Stängel herunter, damit ich die Frühblüher besser sehen kann. Dann kann der Lebenszyklus des Naturgartens wieder von vorne beginnen.
Eine Wiese dagegen ist ja ein von Menschen gestaltetes Element. Von Natur aus würde sie meist schnell zu einem Wald heranwachsen, wenn wir nicht 1 – 2 Mal im Jahr mähen würden. Daher sollte eine Magerwiese einmal im Jahr im Juni und eine fettere Wiese zweimal im Jahr, im Juni und im August/September, gemäht werden und „kurz“ in den Winter gehen. So kann umknickendes Gras die Wiese darunter nicht ersticken und Krokusse, Schneeglöckchen, Narzissen und andere Frühblüher werden auch wirklich gesehen.