Heimische Wildstauden für den Feuchtstandort in ehemaligen Moorgegenden

Heimische Wildstauden für den Feuchtstandort in ehemaligen Moorgegenden

Im Wildstaudenbeet mit den wirklich gebietstypischen Stauden blüht jetzt der Große Wiesenknopf auf (Sanguisorba officinalis). Er wird deutschlandweit schon kartiert und ist doch u.a. durch Piet Oudolf zu einer der typischen Zierstauden für das moderne Staudenbeet geworden. Ich plädiere für die Wildform. Schön genug ist sie allemal mit ihren dunkelweinroten, fast braun wirkenden Blütenknöpfchen. Sie ziehen Bläulinge und Weißlinge (Falter) an.Der Große Wiesenknopf versamt sich sehr stark bei mir. Die Exemplare, die über die Wege hängen, stehen lange in meiner Vase.

Daneben ist dieses Jahr auch das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) gut in die Blüte gekommen. Es duftet interessant nach Mandeln. Die Blätter sind essbar, aber natürlich etwas bitter. Ein Rosenkäfer landet laut brummend auf der schaumig-cremeweißen Blüte. Er frisst Pollen. Wenn aber z.B. Rosen zu stark gefüllt sind, dann wurden die so wichtigen Staubgefäße mit dem Pollen in viele neue Blütenblätter umgezüchtet und der Rosenkäfer findet dort keine Nahrung mehr. Wer ihn sehen möchte, sollte besser schalenförmige, ungefüllte Rosen, Thalictrum aquilegifolium (heimische Akeleiblättrige Wiesenraute), Thalictrum flavum (für den Teich, das Bachufer, heimische Gelbe Wiesenraute) oder eben Mädesüß (an Teichen, Gräben) pflanzen.

Die blauen Kerzen stammen vom Langblättirgen Ehrenpreis (Veronica longifolia). Dies ist eine Staude, die in unserer Region an den Flüssen vorkommt, sich aber erstaunlicherweise in meinen Beeten auf sandigem, abgetorften Moorboden mit jährlich nur einer ganz kleinen Spur Dünger sehr stark aussät. Eine Rote-Liste-Art, die von Schmetterlingen und Bienen stark besucht wird. Wunderschön, gebietsheimisch… was möchte ich mehr. Nächstes Jahr versuche ich es ganz ohne Dünger. Am Teichrand versamt er sich schon von alleine.

Ganz vorne noch steht eine der sich auch oft selbst gut versamenden Schwarzen Königskerzen (Verbascum nigrum) mit ihren gelben Blüten mit den violetten Staubgefäßen. Sie ist bei bestimmten Wildbienen sehr beliebt. Ein weiterer Vorteil dieser Königskerzen-Art: Es ist eine Staude, die jedes Jahr wieder kommt. Und sie passt gut auf unsere Böden, denn sie kommt auch auf kalkfreien, sauren Böden wild vor.

Alle diese Stauden, die sich selbst versamen, machen das Gärtnern im Naturgarten so einfach. Sie schließen alsbald alle Lücken, so dass ich kaum Unkraut zupfen muss. Noch ein Vorteil des Naturgartens 🙂

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