Julia Wehner
Julia Wehner

Spätsommer im Naturgarten: Zeit für Früchte 5 – Hagebutten der Weinrose (Rosa rubiginosa)

Hier ein Foto der Hagebutten meiner Lieblingsrose, der Weinrose. Sie wird auch schottische Zaunrose oder eben Rosa rubiginosa genannt. Solche Wildrosen mit ungefüllten Blüten sind ein Fest für Bienen, Käfer und später im Jahr für die Drosseln. Sie bieten einmal eine Überfülle an rosa Blüten im Juni und jetzt diese üppige orangene Pracht. Und wenn der Frost über die Früchte gegangen ist, kommen die Drosseln in Scharen und fressen diesen Strauch in 1 – 2 Tagen leer. Heißen sie vielleicht deshalb „Schnapsdrosseln“, weil ihnen die angegorenen, weicheren Früchte so viel besser schmecken als die harten Hagebutten 🙂 ?

Die Hagebutten der verschiedenen heimischen Wildrosen und deren Sorten bieten ene wunderbare Vielfalt im Naturgarten. Im Ziergarten mit seinen oft gefüllten und damit sterilen Blüten fehlt diese Vielfalt der Formen und Farben. So haben wir im Naturgarten eine 5. Jahreszeit mit dem Frühherbst und all seinen Früchten.

Spätsommer im Naturgarten: Zeit für Früchte 4 – Hagebutten der Rosa villosa Duplex

Die Hagebutten der verschiedenen heimischen Wildrosen und deren Sorten bieten ene wunderbare Vielfalt im Naturgarten. Im Ziergarten mit seinen oft gefüllten und damit sterilen Blüten fehlt diese Vielfalt der Formen und Farben. So haben wir im Naturgarten eine 5. Jahreszeit mit dem Frühherbst und all seinen Früchten.

Hier zunächst ein Foto der besonders „behaarten“, drüsigen Hagebutten der halbgefüllten Rosa villosa Duplex. In den nächsten Wochen werden sie noch viel roter und werden dann auch schnell von den Vögeln aufgefressen. Ein gutes Zeichen für den Naturgärtner 🙂

Übrigens sind alle Hagebutten essbar, nicht nur die der allgegenwärtigen, aber ostasiatischen Rosa rugosa,. Diese Rosa rugosa hält fast jeder hier in Norddeutschland für eine heimische Rose, weil sie auf den Inseln und auch hier auf dem Festland so häufig ist. Nein – sie wurde auf die Inseln gepflanzt und anstelle der wirklichen Dünenrose Rosa pimpinellifolia.

Spätsommer im Naturgarten: Zeit für Früchte 3 – Faulbaum

Noch einer meiner absoluten Lieblingssträucher: der Faulbaum (Frangula alnus). Er sollte in keinem größeren Garten fehlen, denn ohne ihn kann der Zitronenfalter bei uns keine Eier ablegen. Und der Faulbaumbläuling, unser häufigster Bläulings-Schmetterling, ebenfalls. Solche einfachen Kleinbäume finden wir wahrscheinlich nur noch in Naturgärten – oder am Rande unserer Wiesen. Unsere Nachbar-Pferdeweide auf moorigem Boden ist eingesäumt von nur 2 Kleinbaum-Arten: Eberesche und Faulbaum. Eben norddeutsch und schlicht – aber wunderschön in ihrer Einfachheit. Die MIschung sieht mehrmals im Jahr bezaubernd aus, so zur Blüte der Eberesche und jetzt durch die Beeren. „Rhythmus“ nannte Piet Oudolf dieses Prinzip, bei dem sich eine Pflanzenart über die gesamte Fläche immer wieder, aber unregelmäßig wiederholt. Das gibt einen Rhythmus und Zusammenhalt.

Im Hochsommer summt es dann rund um die Faulbäume so stark, dass es schon fast ruhestörend ist, weil die unscheinbaren Blüten des Faulbaums so stark von Bienen besucht werden.

Essbar sind die schwarzen Beeren übrigens leider nicht. Aber sie rufen nur eine Magenverstimmung hervor, sind also nicht wirklich problematisch. Lassen wir sie den Vögeln.

Spätsommer im Naturgarten: Zeit für Früchte 2 – Gemeiner Schneeball

Mein Lieblingsstrauch, der Gemeine Schneeball (Viburnum opulus), auch Wasser-Schneeball genannt. Auch er setzt nur Früchte an, wenn man wirklich die Wildform mit den ungefüllten, „tellerhortensienartigen“ Blüten gekauft hat. Die sterile Bauerngarten-Variante mit den runden „Schneebällen“ weist keine Beeren auf. Und diese Beeren halten den ganzen Herbst während der wunderbaren Herbstfärbung des Strauches und den ganzen Winter über. Eine Bereicherung, die es eben nur im naturnahen Garten gibt. Unsere 5. Jahreszeit – der Spätsommer 🙂

Spätsommer im Naturgarten: Zeit für Früchte 1 – das Urobst der Kornelkirsche

Im Naturgarten blühen jetzt Ende August noch die Spätblüher unter den Stauden – aber daneben leuchtet auch eine andere Farbe und kündigt den Spätsommer bzw. Frühherbst an. Rot leuchten die Früchte der verschiedenen Sträucher und Bäume. Vor allem heimische und naturbelassene Sträucher warten nun auch mit Früchten auf. Denn ein gefüllter Schneeball kann eben keine Früchte ansetzen. Eine gefüllte Rose bringt normalerweise keine Hagebutten hervor. Ihre Blüten sind verändert worden.

Hier ein paar meiner Lieblingssträucher dieser schönen Jahreszeit: Als erstes die Kornelkirsche (Cornus mas) mit ihren essbaren roten kleinen säuerlichen Kirschen. Erstaunlich gut steht sie auch in alten Parks und neben Bauernhäusern, obwohl sie eigentlich kalkhaltigen Boden lieben müsste. Ihre zarte gründlichgelbe Blüte im Vorfrühling ist eine der ersten Bienenweiden.

Was ist überhaupt „eine Wiese“ ;-)

In letzter Zeit wird oft „eine Wiese“ gewünscht. Aber was ist eigentlich „eine Wiese“. Die vielen bunten Packungen, die in den Gartencentern verkauft werden, versprechen viele bunte Blüten. Was ist aber – gerade auf unseren sandigen, mageren, feuchten Böden – realistisch? Eine Wiese ist nämlich nur dann eine Wiese, wenn sie sich selbst langfristig erhält. Sie wird zweimal gemäht. Einmal im Juni (Schnittgut trocknen lassen und abtransportieren), einmal im September. Es ist kein „Blütenfeuerwerk“ über Jahre hinweg. Hier einmal ein Bild unserer „Wiese“ jetzt im August. Ganz unspektakulär liegt sie da zwischen den Staudenbeeten. Mehr grün als bunt. Aber so ist das hier bei uns eben. Die Insekten sind übrigens an genau diesen Rhythmus angepasst. Außer dem „Haustier Honigbiene“, das ja Höchstleistungen erbringen soll.

Die Staudenbeete im Hintergrund mit ihren 70 Prozent heimischen Stauden sind nun langsam dabei abzublühen. So ist das eben. Ein paar Stauden aus Nordamerika, habe ich aber genau deshalb mit ins Beet aufgenommen, weil sie jetzt im Spätsommer erst aufblühen und dem Auge noch etwas Halt bieten, wenn wegen des Regens gerade wieder einmal alles braun aussieht. Das ist eben meine 70/30-Mischung aus heimischen und nicht heimischen Stauden.

Heimischer Doldenblütler für Insekten

Hier möchte ich einmal einen in Mitteleuropa heimischen, weißblühenden Doldenblütler vorstellen, der im Moment einfach nur so umschwirrt wird von Insekten. Oft sehe ich auf dem Hirschwurz (Peucedanum cervaria), wie auf allen weißen Doldenblütlern, allerdings eher Schwebfliegen. Allein In Deutschland gibt es über 400 Schwebfliegenarten. Kaum jemand kennt diese ganze Vielfalt. Auch im Naturgartenbereich ist immer die Rede von den Bienen oder auch von Wildbienen, Schmetterlingen und Co. Aber die Vielfalt der schönen Schwebfliegen ist es allemal wert, beachtet zu werden. Oft werden die Schwebfliegen für Bienen gehalten. Ihre Färbung erinnert auch wirklich oft an Bienen, aber die Flügel werden „fliegenartig“ abgespreizt.

Der Hirschwurz liebt es etwas trockener, als es dieses Jahr in den meisten hiesigen Beeten in Norddeutschland war. Aber hier am Rand eines Weges und bei unserem sandigen Boden blüht er doch jedes Jahr schöner.

Die besten heimischen Wildpflanzen für Insekten im August 3: Blutweiderich

Die meisten heimischen Blütenpflanzen bieten nur noch eine Nachblüte – da kommt der kräftigrosa Blutweiderich (Lythrum salicaria) jetzt im August erst so richtig in die Blüte. Am Teich oder auch wie hier im regelmäßig gegossenen Gemüsegarten bietet er Schmetterlingen, Wildbienen und Co mit seiner langen Blütezeit viel Nahrung.

Die besten heimischen Wildpflanzen für Insekten im August 2: Heilziest

Ja, auch dieses Jahr fasziniert mich und viele Besucher wieder der üppig blühende und viele Insekten anziehende Heilziest (Betonica officinalis). Welche heimische Wildstaude blüht und versamt sich so bereitwillig und sieht dabei so schön aus? Letztes Jahr habe ich im Sommer gezeigt, wie man zusammen mit dem Heilziest auch immer die spezialisierte Wollbiene „pflanzt“. Wir nennen das „Tiere pflanzen“… gucken Sie mal, ob Sie sie entdecken. Sie sammelt auch am bekannten Wollziest (Stachys byzantina) die „Wolle“ für ihre Nestkammern. Sie sieht aus wie eine rundliche Wespe:

Die besten heimischen Wildpflanzen für Insekten im August 1: Großer Wiesenknopf

Hier in dieser feuchten Gegend nach diesem regenreichen Sommer gedeihen einige der typischen Feuchtwiesenstauden besonders gut. Der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinallis) ist schon so selten, dass seine restlichen Vorkommen schon gesucht und kartiert werden. Dabei ist er hier im Landkreis noch anzutreffen. Und erstaunlicherweise ist es eine der Stauden, die sich in meinem Garten, also auf sandigem, sauren aber auch etwas feuchtem ehemaligen Moorboden gut versamen. Obendrein fliegen die Insekten auf ihn. In Süddeutschland gibt es sogar einen auf diese Pflanze spezialisierten Bläuling. Aber auch hier fliegen die Bläulings-Schmetterlinge gerne auf die weinroten Knöpfchen des Großen Wiesenknopfes.

Auch in der klassischen Gartengestaltung wie z.B. bei Piet Oudolf wird Sanguisorba officinalis mit seinen leichten, sich wiegenden Blütenständen gerne als zartes Element in Staudenpflanzungen verwendet.

Die echte, selten gewordene Wildform ist wunderschön und eigentlich nur bei spezialisierten Gärtnereien zu bekommen. In den normalen Gärtnereien bekommen die Kunden nachweislich viele Wiesenknöpfe aus anderen Kontinenten oder deren Kreuzungen unter demselben Namen verkauft. Ich würde bei der Wildstaudengärtnerei Strickler in Alzey bestellen – www.gaertnerei-strickler.de/shop.htm – oder bei Hof Berg-Garten im Schwarzwald – https://shop.hof-berggarten.de.