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Spätsommer im Naturgarten: Zeit für Früchte 5 – Hagebutten der Weinrose (Rosa rubiginosa)

Hier ein Foto der Hagebutten meiner Lieblingsrose, der Weinrose. Sie wird auch schottische Zaunrose oder eben Rosa rubiginosa genannt. Solche Wildrosen mit ungefüllten Blüten sind ein Fest für Bienen, Käfer und später im Jahr für die Drosseln. Sie bieten einmal eine Überfülle an rosa Blüten im Juni und jetzt diese üppige orangene Pracht. Und wenn der Frost über die Früchte gegangen ist, kommen die Drosseln in Scharen und fressen diesen Strauch in 1 – 2 Tagen leer. Heißen sie vielleicht deshalb „Schnapsdrosseln“, weil ihnen die angegorenen, weicheren Früchte so viel besser schmecken als die harten Hagebutten 🙂 ?

Die Hagebutten der verschiedenen heimischen Wildrosen und deren Sorten bieten ene wunderbare Vielfalt im Naturgarten. Im Ziergarten mit seinen oft gefüllten und damit sterilen Blüten fehlt diese Vielfalt der Formen und Farben. So haben wir im Naturgarten eine 5. Jahreszeit mit dem Frühherbst und all seinen Früchten.

Duftet Ihr Garten im Moment auch nach Apfel?

Haben Sie eine Zaunrose, auch Weinrose genannt (Rosa rubiginosa) im Garten? Jetzt treibt diese wunderschöne, völlig unproblematische europäische Wildrose neu aus. Und der Austrieb riecht über 10 m nach „Äpfeln“ … oder Obst oder vielleicht nach Wein? Jedenfalls habe ich es gestern trotz des Regenwetters gut gerochen. Duft ist immer solch eine Bereicherung im Garten.

Mit Rosenduft kann diese Rose dagegen nicht aufwarten, dafür habe ich Gallica-Rosen, Bibernellrosen, die Rosa villosa und alte Damaszener-Rosen. Dafür bietet die Zaunrose jedoch im Juni eine romantische Fülle an kleinen rosa Blüten. Sie hat natürlich offene Schalenblüten, was wichtig für Bienen und Käfer ist. Daher können ihre Blüten im Gegensatz zu gefüllten Rosenblüten auch bestäubt werden. Und so zeigt sie im Herbst nach der Bestäubung dicht an dicht lackrote Hagebutten.

Dann kommt im Oktober/November der erste Frost und ein paar Tage später sehe ich dann schon von weitem die Drosselscharen auf dem Durchzug, die sich an den nun weichen Hagebutten gütlich tun. Innerhalb von 3 Tagen ist die ganze Pracht verspeist und die Drosseln ziehen weiter. Vielleicht schmecken die Hagebutten ein paar Tage nach dem Frost so gut, weil sie dann anfangen zu gären? Kommt daher der Name „Schnapsdrossell“ 🙂

Nun, auf jeden Fall ist diese Rose eine meiner Lieblings-Strauchrosen und ich wollte sie hier einmal zu einer ungewöhnlichen Zeit vorstellen.

Naturgarten-Rundgang im September

Einmal im Monat möchte ich Ihnen bei einem Rundgang durch meinen Naturgarten und meinen Bio-Gemüsegarten mit seinen vielen sich selbst versamenden heimischen Wildpflanzen und heimischen Sträuchern zeigen, wie schön und interessant so ein Garten sein kann und welche Insekten, Vögel, Pilze und Beeren es gerade zu sehen gibt.

Im September hat der Garten sich vermutlich endlich von der Sommerhitze erholt. Der erste richtige Regen im August hat zumindest das Gras und den Löwenzahn noch einmal richtig grün werden lassen. Ich freue mich jetzt auf die Pracht der lackroten Hagebutten an der Rosa rubiginosa und den anderen Wildrosen. Und auf die Vögel, die sich auch schon darauf freuen 🙂

Bei den heimischen Stauden blüht jetzt der Blutweiderich – eine Staude, die an unseren Gräben noch häufig ist. Sie ist so prachtvoll wie jede gezüchtete exotische Sorte – und lockt Bienen und Schmetterlinge en masse an.

Unter den Zwiebelblumen ist mir im letzten September wieder besonders Allium senescens ssp montanum aufgefallen, der wunderschön aussieht, von so vielen späten Schmetterlingen besucht wird und als Schnittlauchersatz gegessen werden kann.

Hier können Sie also sehen, welche heimischen Pflanzen in diesem Monat bei uns im abgetorften Moor und in den Beeten gerade gut blühen. Sie sehen die 70/30 Mischung von heimischen und exotischen Stauden, die ich hier im Garten rund um unser Haus gepflanzt habe. Sie sehen, was alles auch schon verblüht aussieht, wie das Gras an den Terrassenbeeten bei Sonnenschein golden aussieht und jetzt dominiert, und dass vor allem die nordamerikanischen Stauden im Gemüsegarten jetzt reich blühen. Aber ich zeige auch, welche der heimischen Stauden für späten Blütenschmuck sorgen: Kennen Sie z.B. die große babyrosa Malve Lavatera thuringiaca?

Vielleicht nehmen Sie die eine oder andere Inspiration mit und lassen heimische Pflanzen im Garten blühen und ziehen so auf natürliche Weise mehr Insekten und Vögel in den Garten.

Bei dem Rundgang und beim anschließenden Gespräch beantworte gerne all Ihre Fragen zum Thema natürliches Gärtnern.

Vorherige Anmeldung nicht erforderlich. Wir können im Garten gut 1,5 m Abstand halten.

Der Rundgang ist kostenlos und dauert ca. 1 Stunde. Im Anschluß besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Mooringer Str. 4b

28865 Lilienthal – Worphausen

Tel.: 04792 955683

Herbstschmuck im Naturgarten: Hagebutten

Im Naturgarten gibt es jetzt einen besonderen Schmuck, der in anderen Gärten zunehmend fehlt: Die Beeren und Früchte. Hier die Beeren der Rosa rubiginosa (Weinrose), die übrigens für Trockenheit bestens gerüstet ist. Sie hat noch einen weiteren Vorzug: Die jungen Blätter duften an schwülwarmen Frühlingstagen nach Apfel.

Die Hagebutten hängen bis zum ersten Frost. Dann aber kommen Drosseln und fressen die weicher gewordenen Früchte innerhalb weniger Tage auf. Die Hagebutten sind dann vielleicht schon ein wenig gegoren, daher der Name „Schnapsdrossel“.