Eine echte Wiese.. hat zur Zeit nur ein paar Blüten

Immer wieder kommen in den letzten Jahren Naturgarten-Interessierte zu mir, die beklagen, dass ihre Wiese nicht so schön aussieht, wie sie sich das vorgestellt hatten. Dafür gibt es ein paar typische Gründe, auf die ich in meinem Vortrag am 1.10.25 in Murkens Hof in Lilienthal (s. VHS Lilienthal) ganz ausführlich eingehen werde.

Der wichtigste Grund dafür, dass die Wiese nicht den Erwartungen entspricht, ist, dass man heutzutage oft vergisst, dass eine „Wiese“ eigentlich eine „Heuwiese“ ist. Von Natur aus würde unser Land fast überall verbuschen, wenn wir es nicht regelmäßig mähen. Im Kleinen tun wir das mit unserem Rasen und die Landwirte macht das eben auf den großen Flächen, indem sie heuen, also die Wiese runtermähen und das Mähgut abtransportieren – als Heu für die Kühe oder Pferde.

Alles andere ist eigentlich keine Wiese. Meist schwebt den Naturgarten-Interessierten eher eine sogenannte „Einjährigen-Blühmischung“ vor, also eine MIschung aus Acker-Begleitkräutern wie Klatsch-Mohn, Kornblume etc. Solche Blütenmischungen können in der Tat sehr lang blühen. Die Einjährigen geben alles in die Blüte, da sie ja nur einen Sommer Zeit haben sich zu versamen. Aber das Schauspiel dauert eben nur ein Jahr. Danach muss der Boden wie auf dem Acker eben auch umgepflügt oder umgebrochen werden.

Bei unserer Wiese wandern allmählich die Wiesenstauden aus den Naturgarten-Beeten ein: Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) wie im großen Bild oder die Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) wie hier neben Dost (Origanum vulgare), der in einem trockenen Jahr auch eingewandert ist.

Mal sehen wer bleibt… jedes Jahr ist anders:

Einzelne Blüten zwischen ganz vielen Gräsern, das ist die realistische Variante einer wirklichen echten, sauren, norddeutschen Wiese.

Wir sind ja nicht in den Alpen, wo auf magerstem, kalkhaltigen Boden dicht an dicht Alpenpflanzen blühen und die Gräser eher schütter dazwischen stehen

oder noch magerer am Lech in reinem kalkhaltigen Gestein:

Super blütenreichen Streifen finden wir bei uns dagegen oft an den Grabenrändern. Das sind die sogenannten Hochstaudenfluren, die prächtigste, hochgewachsene Stauden aufweisen, jeden Monat eine neue Mischung, mal Baldrian, mal Schwertlilien, mal Gelbe Wiesenraute etc. etc. …

Über das Thema Wiese ließe sich noch viel schreiben. Demnächst hier und in meinem Vortrag am 1.10.25 mehr dazu.

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